„ Die Zither is a Zauberin“

Das Modeinstrument Zither vor der Vereinsgründung

Als Vorläufer unserer Zither werden verschiedene Musikinstrumente gesehen, wie beispielsweise die chinesische Kin (um 3000 v. Chr.) die altindische Vina,  die Cythara anglica (8.Jh.) und die Cister (15. Jh.). Tatsache ist, dass auch die Zither wie die meisten anderen europäischen Saiteninstrumente (Gitarre, Geige usw.)  auf das schon im alten Griechenland um 600 v. Chr. bekannte Monochord zurückgeht, das bei uns im Mittelalter „ Scheitholz“ genannt wurde. Dabei handelte es sich um einen mit drei Saiten bespannten länglichen Holzkasten.

Im 17./18. Jahrhundert entwickelte sich durch die Vergrößerung des Schallkörpers und das Anbringen eines aufgeleimten Griffbretts aus dem Scheitholz die Kratzzither, die im Allgäu Scherrzither und in Tirol Raffele genannt wird.

Wann der Übergang von der Kratzzither zur heute gebräuchlichen Schlagzither erfolgte, ist nicht mehr genau feststellbar.

Im 19. Jahrhundert waren die berufsmäßigen Instrumentenbauer in Wien und München bei der Zitherherstellung führend. Sie konstruierten Zithern in verschiedenen Formen und Varianten. Es ist bekannt, dass der gebürtige Münchner und Zitherbauer, Max Mathias Amberger (1839-1889), nach den Wünschen des oberbayerischen Zither-Virtuosen Franz Xaver Steiner eine Konzertzither (Diskantzither) kreierte und herstellte, wie sie heute noch gebaut wird; nämlich bespannt mit 5 Griffbrett-, 12 Begleit-,12 Bass- und 13 bzw. mindestens 3 Kontrabasssaiten  in Wiener- oder Münchner-Stimmung. Die verschiedenen Baugrößen– Quint-, Diskant-, Alt- und Basszither – kommen vorwiegend beim Ensemblespiel zum Einsatz. Die meisten Zitherspieler bevorzugen beim Musizieren die Diskantzither.

 

1838 wurde von dem in München ansässigen Nikolaus Weigel (1811-1878) das erste und bahnbrechende Schulwerk für die Zither von ihm selbst veröffentlicht, weil die beiden Münchner Verlage, Falter und Aible,  dazu offensichtlich nicht bereit waren.

Den ungeahnten Aufschwung, den die Zither als Volksmusikinstrument erlebte, verdankt sie der persönlichen Bevorzugung durch Herzog Maximilian in Bayern (1808-1888)als sein Lieblingsinstrument. Er war besessen vom Zitherspiel und machte dieses Instrument hoffähig. Als Musikant erwarb er sich beim bayerischen Volk eine unvorstellbare Popularität. Der Volksmund nannte diesen Wittelsbacher liebevoll „Zither Maxl“. Eine Unzahl von Anekdoten woben sich um seine Gestalt: Wie er im unscheinbaren Rock da und dort auftauchte und spielte, wie ein Bauer dem unbekannten „ Zitherschlager“ einen  „Sechser“ ins Schallloch warf, wie die Kurgäste in Bad Kissingen auf der Promenade ihm zuhörten und dann für den Unbekannten sammelten, usw.

Zusammen mit seinem Zitherlehrer Johann Petzmayer (1803-1884) unternahm er Reisen nach Ägypten und Griechenland; überall ließen die beiden ihre Kunst vor einem staunenden Publikum hören. So avancierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zither regelrecht zum Modeinstrument.

 

Herzog Maximilian sammelte in der Umgebung seiner Schlösser und im Gebirge Volkslieder und Volksweisen, die er selbst auf seiner Zither meisterhaft vortrug und sie, vermischt mit Eigenkompositionen, durch zahlreiche Veröffentlichungen auch in adeligen und bürgerlichen Kreisen bekannt machte. Man kann ihn als Wegbereiter für das systematische Sammeln und Aufzeichnen von echter, bayerischer Volksmusik bezeichnen. Diese Aufgabe wurde später vom Kiem Pauli und Tobias Reiser und anderen fortgesetzt.

Quellen: Volker D. Laturell - Zwei Jahrhunderte Zither in München , Heft 18 / 1995

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